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Warum ist das Arbeitszeugnis für den Arbeitnehmer so wichtig?

Das Arbeitszeugnis ist die einzige Anlage einer Bewerbung des Arbeitnehmers bei der er durch einen Dritten nämlich seinen früheren Arbeitgeber – beurteilt wird. Jeder neue Chef möchte wissen, welchen Eindruck der Arbeitnehmer bei seinem vorherigen Arbeitgeber hinterlassen hat. Deshalb wird dem Zeugnis durch einen potentiellen neuen Arbeitgeber so große Bedeutung beigemessen. Bereits die Bewerbung entscheidet darüber, ob der Bewerber zum Gespräch eingeladen wird oder nicht. Um nicht mit leeren Händen dazustehen, hat ein Arbeitnehmer deshalb auch einen Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses. Dieser ergibt sich entweder aus einem Tarifvertrag oder aus § 109 Gewerbeordnung. Der Anspruch besteht nicht nur für den klassischen Arbeitnehmer, sondern auch für Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Leitende Angestellte, Teilzeitkräfte, Aushilfen und Praktikanten. Für Auszubildende ergibt sich der Anspruch auf Zeugniserteilung aus § 16 Berufsbildungsgesetz.

Welche Arten von Zeugnis gibt es?


Zu unterscheiden ist zunächst zwischen einem einfachen und einem qualifizierten Zeugnis. Das einfache Zeugnis wird den gesetzlichen Mindestanforderungen gerecht und beschreibt lediglich die Art und die Dauer der Tätigkeit. Es eignet sich weniger als Teil einer Bewerbung, denn als Nachweis zur Vorlage bei einer Behörde. Für eine Bewerbung ist es wichtig ein qualifiziertes Zeugnis beizulegen. Dieses enthält neben den Mindestangaben auch Angaben zur Führung und zur Leistung des Arbeitnehmers. Unterschieden wird des weiteren zwischen einem „normalen“ Zeugnis und einem Zwischenzeugnis. Das Zwischenzeugnis wird während des Arbeitsverhältnisses erteilt. In Fällen in denen ein Arbeitnehmer hauptsächlich einem bestimmten Abteilungsleiter zugeordnet war und dieser die Abteilung verlässt, ist es für den Arbeitnehmer von besonderer Bedeutung ein Zwischenzeugnis zu bekommen, weil nur dieser Abteilungsleiter seine bisherige Leistung bewerten kann. Zu unterscheiden ist das Zwischenzeugnis von einem vorläufigen Zeugnis. Das vorläufige Zeugnis wird ausgestellt, wenn das Arbeitsverhältnis noch nicht beendet ist, der Arbeitnehmer also noch für den Arbeitgeber arbeitet, er sich aber bereits anderweitig bewerben möchte. Hierzu kann der Arbeitgeber ein vorläufiges Zeugnis ausstellen. Dieses enthält die Angaben eines „normalen“ qualifizierten Zeugnisses, ist aber auf Grund der Tatsache, dass das Arbeitsverhältnis noch andauert mit der Überschrift „vorläufiges Zeugnis“ gekennzeichnet.

 

Kann der Anspruch des Arbeitnehmers auf Zeugniserteilung verjähren?


Der Anspruch auf Erteilung eines Zeugnisses entsteht bereits mit Ausspruch der Kündigung durch den Arbeitgeber oder durch die Eigenkündigung durch den Arbeitnehmer. Zu diesem Zeitpunkt wird dem Arbeitnehmer noch ein vorläufiges Zeugnis ausgestellt, weil – wie oben beschrieben – das Arbeitsverhältnis noch nicht beendet ist. Mit Beendigung des Arbeitsverhältnisses ist der Anspruch auf Zeugniserteilung dann fällig. Erteilt ein Arbeitgeber nach Beendigung trotz ausdrücklichen Verlangens durch den Arbeitnehmer kein Zeugnis, kann er vor Gericht dazu verpflichtet werden. Der Arbeitgeber ist dann auf Erteilung eines Zeugnisses zu verklagen. Ein Zwischenzeugnis kann verlangt werden, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Allerdings sind an das berechtigte Interesse keine hohen Anforderungen zu stellen. Als berechtigtes Interesse ist bereits der Wunsch des Arbeitnehmers nach einem beruflichen Wechsel anerkannt. Wichtig bei dem Anspruch auf Zeugniserteilung ist das Beachten eventueller im Arbeitsvertrag vereinbarter Ausschlussfristen. Wird der Anspruch auf Zeugniserteilung nicht innerhalb dieser Ausschlussfrist geltend gemacht, geht er endgültig unter. Der Arbeitnehmer kann dann kein Zeugnis mehr vom Arbeitgeber verlangen.

 

Ist das Zeugnis an bestimmte Formalien gebunden?


Die formalen Anforderungen an ein Zeugnis dürfen nicht unterschätzt werden. Das Layout und die inhaltliche Darstellung des Zeugnisses ist für zukünftige Bewerbungen des Arbeitnehmers entscheidend. Aus diesem Grund hat er gegen den ausstellenden Arbeitgeber auch einen Berichtigungsanspruch, sollte das Zeugnis diesen Anforderungen nicht genügen. Kaffeeflecken, Knicke und Eselsohren sind bei einem Arbeitszeugnis tabu. Auch bei Rechtschreib- und Grammatikfehlern sollte ein Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber um Korrektur bitten. Als Arbeitnehmer sollte ebenso darauf geachtet werden, dass die persönlichen Angaben richtig geschrieben wurden. Zu guter Letzt sollte das Zeugnis auf einem Firmenbriefpapier erstellt und vom Arbeitgeber mit seiner Unterschrift und dem Ausstellungsdatum versehen werden.

 

Gibt es bestimmte Rechtsgrundsätze an die der Zeugnisaussteller gebunden ist?


Für das Arbeitszeugnis gelten die Rechtsgrundsätze der Wahrheitspflicht, des Wohlwollens und der Vollständigkeit. Die Wahrheitspflicht besagt, dass das Zeugnis alle wesentlichen Tatsachen enthalten und darüber hinaus wahr sein muss. Nebensächlichkeiten die für das Arbeitsverhältnis nicht charakteristisch waren, dürfen in dem Zeugnis nicht genannt werden. Die wohlwollende Formulierung soll das berufliche Fortkommen des Arbeitnehmers nicht ungerechtfertigt erschweren. Der Grundsatz des Wohlwollens hat über Jahre zu einem allgemein anerkannten Zeugniscode geführt. Dieser orientiert sich an einer Notenskala von 1 bis 6. Eine sehr gute Leistung wird danach mit „stets zur vollsten Zufriedenheit“ zum Ausdruck gebracht. Andere Codierungen als diese anerkannte Notenskala dürfen allerdings auf Grund des Klarheitsgebots nicht verwendet werden. Der Grundsatz der Vollständigkeit soll gewährleisten, dass der Arbeitgeber nichts auslassen darf, was der künftige Leser berechtigterweise erwartet. Alle für das Arbeitsverhältnis wichtigen Punkte müssen im Zeugnis erwähnt werden.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte, nimmt für ein Arbeitszeugnis ein Muster aus Expertenhand zur Grundlage. Bei einer professionellen Vorlage für ein Arbeitszeugnis bestehen keine Zweifel hinsichtlich Inhalt und Form eines korrekten und juristisch nicht angreifbaren Arbeitszeugnisses.